Was tun, wenn plötzlich jemand zusammenbricht? Wie reagieren wir bei Verletzungen im Sportunterricht? Und wie war das noch einmal mit der Herzdruckmassage?
Am Samstag, den 31. Oktober 2026, tauschten die Trainerinnen und Trainer der Turnabteilung des TSV 1905 Rot für einen Tag die Sporthalle gegen den Schulungsraum des DRK St. Leon.
Unter der fachkundigen Leitung von Torsten Hoffmann und Selina Heger, zwei erfahrenen Sanitätern und Ersthelfern, frischten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Kenntnisse in Erster Hilfe auf. Bei manchen lag der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon einige Jahre zurück, bei anderen war das Wissen noch etwas frischer. Doch eines wurde schnell klar: Auffrischen und Üben lohnt sich immer!
Von der Theorie ging es direkt in die Praxis. Besonders wertvoll war, dass auch unsere ganz konkreten Fragen aus dem Trainingsalltag mit Kindern besprochen wurden. Denn gerade im Kinderturnen kann es schnell zu kleineren, aber auch ernsteren Verletzungen kommen. Dann ist es wichtig, ruhig zu bleiben und richtig zu handeln.

Nichts tun ist keine Option!
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Wiederbelebung. Herzdruckmassage, Beatmung und der Einsatz eines Defibrillators (AED) wurden intensiv geübt. Torsten Hoffmann und Selina Heger erklärten dabei auch, worauf es unter realen Bedingungen wirklich ankommt.
Ist eine Person bewusstlos und atmet nicht normal, zählt jede Sekunde. Sofort den Notruf 112 wählen, das Handy laut stellen und schon mit der Herzdruckmassage beginnen.
Dabei wurde auch die wichtige 30:2-Regel geübt: 30-mal kräftig auf die Mitte des Brustkorbs drücken, anschließend zweimal beatmen. Und damit auch das Tempo stimmt, gibt es eine einfache Eselsbrücke: „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees oder „Atemlos durch die Nacht“ von Helene Fischer liefern einen guten Rhythmus für die Herzdruckmassage – etwa 100 bis 120 Mal pro Minute. Wer sich eine Beatmung nicht zutraut, sollte zumindest die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durchführen.
Dabei ist pragmatisches Handeln gefragt: Keine wertvolle Zeit mit der Suche nach einem Defibrillator verlieren oder auf dessen Eintreffen warten! Ist eine weitere Person verfügbar, kann diese den Defibrillator holen, während die Wiederbelebung ohne Unterbrechung fortgesetzt wird.
Denn entscheidend ist, dass überhaupt geholfen wird – und zwar sofort!
Sportverletzungen – von der Theorie zur Praxis
Am Nachmittag standen typische Sportverletzungen und deren Erstversorgung im Mittelpunkt. Es wurde fleißig verbunden, gewickelt und ausprobiert. Dabei entstanden so manche eindrucksvollen Verbände, wie unsere Bilder zeigen. Auch hier erhielten wir viele wertvolle Tipps für unseren Trainingsalltag.

Neben all dem wichtigen Wissen kam auch der Spaß beim gemeinsamen Lernen und Üben nicht zu kurz.
Ein herzliches Dankeschön an Torsten Hoffmann, Selina Heger und das DRK St. Leon für die kompetente, praxisnahe und kurzweilige Schulung!
Für unsere Turnabteilung ist diese Fortbildung ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit unserer kleinen und großen Sportlerinnen und Sportler. Denn auch wenn wir hoffen, das Gelernte möglichst nie in einem ernsten Notfall anwenden zu müssen, ist es ein gutes Gefühl, vorbereitet zu sein.
Unser Fazit: Erste Hilfe ist keine Frage des Alters oder der Erfahrung – sondern eine Frage des Handelns!