Es war mal wieder soweit: Das Thermometer sollte auf mehr als 35 Grad steigen - wie so oft bei unseren letzten Ausflügen. Doch das versuchten wir weitgehend zu ignorieren, und so fuhren wir, bepackt mit viel Wasser und nassen Tüchern, mit der Bahn nach Weinheim.
Eine Sprichwortführung durch die Zweiburgenstadt
Gleich bei unserer Ankunft waren wir vom italienischen Flair der Zweiburgenstadt beeindruckt. Herr Scheuermann erwartete uns am Marktplatzbrunnen beim Alten Rathaus zu einer Sprichwortführung und zeigte uns unter anderem den „Stein des Anstoßes". Durch das älteste Stadttor (1250) musste früher der gesamte Verkehr. Als natürliche Haltepunkte hatte man an jeder Seite einen ordentlichen Stein angebracht. Wer trotzdem zu schnell durch das Tor wollte, blieb an dem Stein hängen bzw. kratzte die Kurve.
Sehr engagiert, witzig und mit vielen interessanten Informationen führte uns Herr Scheuermann vorbei an der Alten Apotheke und dem Museum mit seinem eindrucksvollen Wappen. Weiter ging es durch den kleinen Schlosshof. Dort steht die größte Libanon-Zeder Deutschlands mit einem beeindruckenden Stammumfang von 5,80 Metern.
Im Gerberbachviertel
Über den Kräutergarten und vorbei am Blauen Hut - einem Gefängnis, das keine Tür hatte - führte unser Rundweg in das Gerberbachviertel, den Ursprung des Lederhandwerks, mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern.
Es gab die armen Weißgerber, die Ziegen- und Schafshäute verarbeiteten, und die reichen Rotgerber, die Rinder- und Pferdehäute gerbten. Aus dem Gerberbachviertel entstand letztendlich die Firma Freudenberg, bekannt durch Produkte wie Vileda und die Elefantenschuhe. Am Gerberhaus konnten wir sehen, wie der kluge Mann vorsorgt bzw. vorbaut. An einem Fachwerkhaus erfuhren wir außerdem, woher der Ausdruck „stiften gehen" stammt.
Vom Gerberbachviertel durften wir erfreulicherweise durch die Ulner Kapelle, die mittlerweile eine einzigartige Eventlocation ist, gehen und standen plötzlich wieder am Marktplatzbrunnen.

Im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof
Nach der sehr gelungenen Führung legten wir auf dem idyllischen Marktplatz eine wohlverdiente Pause ein. Anschließend geleitete uns unsere Gymnastikkollegin Birgitta in den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof.
Der Garten ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Er wird von der Firma Freudenberg und der Stadt Weinheim unterhalten und ist ein wahres Paradies für Pflanzenliebhaber. Besonders beeindruckend ist die Braut-Myrte - die älteste und größte Deutschlands. Sie wurde aus einem Steckling des Hochzeitskranzes der späteren Besitzerin aus dem Jahr 1879 gezogen. Traumhaft ist auch die Glyzinien-Pergola während ihrer Blüte - da waren wir leider etwas zu spät dran.
Vorbei am großen männlichen Ginkgobaum - der im Herbst mit seinem goldgelben Blätterkleid eine wahre Pracht ist - machte Birgitta noch einen kurzen Abstecher mit uns in den Exotenwald mit seinen beeindruckenden Mammutbäumen. Die rund 150 Jahre alten Bäume zählen zu den größten Europas.
Wegen der großen Hitze führte unser Weg anschließend schnurstracks zum Eisessen, bevor wir die Heimfahrt antraten.



Danke und Ausklang im TSV Heisl
Ein großes Dankeschön an Birgitta für die vielen tollen Informationen und die schöne Führung und ein ebenso herzliches Dankeschön an Michaela Steger, deren Ideen für einen tollen Sommerausflug nie ausgehen und die wie immer alles liebevoll organisiert hat.
Die beiden Burgen - Windeck und Wachenburg - besuchen wir gerne ein anderes Mal. In Rot ließen wir den gelungenen Tag schließlich noch gemütlich im TSV Heisl ausklingen.
Schee war's wieder mit Euch allen! Danke, dass Ihr dabei wart und so tapfer durchgehalten habt.
